Begleitzettelzum Abo im Juni, mit Thema Lobbyismus

Es gibt noch Plätze beim Abo, bevorzugt zum selber abholen, weitere Infos gibt es HIER. Bei Interesse eine Mail an Schnittstelle@jpberlin.de und dann könnte es losgehen.

Damit du weißt, was auf dich wartet, ist hier der Inhaltsangabe von der Lieferung in der dritten Woche im Juni 2026. Hier ist der dem Abo beigelegte Info-Zettel. Damit Du/Ihr eine Idee bekommt worum es geht. Oder zum Nachlesen, falls du ihn nicht mehr zur Hand hast.

Diesmal mit:

>>> Kopfsalat von Ludwig aus Börnecke
>>> Fenchel von Ludwig aus Börnecke
>>> Zuckererbsen vom Hofkollektiv Bienenwerder
>>> Mairübchen vom Hofkollektiv Bienenwerder

Variationen möglich mit:

>>> Saaten-Brot vom Kollektiv Backstube gebacken
>>> Rhabarber vom Hofkollektiv Bienenwerder

Die jeweilige Zusammensetzung variiert, der Warenwert ist
immer ca. 20–21 € (Variationen nötig und möglich, u.a. wegen den
angegebenen Einschränkungen, bzw. individuellen Wünschen)

Das Abo besteht wie immer aus gentechnikfreien Lebensmitteln, die u.a. aus samenfestem Saatgut gezogen wurden, bzw. aus Misch-Saft aus regionalen Äpfeln und Gemüse, die großteils in solidar-ökonomischen Strukturen verarbeitet wurden.

Saatgut und Lobbyismus – was hat das denn mit Agrar-Diversität zu tun?

Das war die Ausgangsfrage, die ich mir für diesen Begleitzettel im Juni gestellt habe. Zum einen, da ja im Frühling vieles ausgesät wird. Dann haben einige dieses Mal auch Saatgut im Abo. Und dazu mein Gedanke, dass das Thema Lobbyismus zu wenig beachtet wird. Und das besonders in Zeiten einer gefährdeten Demokratie¹.

Auf diese sehr konkrete Frage war meine erste Antwort: „Es gibt ganz schön viel, was da dran hängt, besonders für einen Begleitzettel“. Denn um das ganze Thema zu beleuchten, müsste ich ganz schon weit ausholen, um dann über Saatgutrecht, Patente, Gesetzgebungen, bilaterale Handelsabkommen und Umgestaltung von Saatgut von einem Commons zur bezahlten Ware und dem damit verbundenen Profitinteresse zu berichten. Und dort dann den Einfluss von Wirtschafts-Lobbyist*innen zu erklären. Das Thema Lobbyismus ist sehr groß und vielschichtig tauchte ja immer wieder schon an konkreten Beispielen in den verschiedenen Begleitzetteln des Abos auf.

Bei der Recherche bin ich dann auf einige gute Beispiele dafür gestoßenen, wie sehr das Thema Lobbyismus in unserer industrialisierten Welt mit Essen verbunden ist. Und damit dann auch indirekt wieder mit Saatgut.

Da es aber ein mir seit gut 20 ein wichtiges Thema ist, finde ich, muss ich da ein wenig Licht ins Dunkel des Lobbyismus bringen. Nicht umsonst bin ich seit Jahren Mitglied bei dem Verein Lobby Control, der sehr gute und wichtige Pionierarbeit geleistet hat, um das Thema Lobbyismus² und besonders die problematischen Auswirkungen davon im deutschsprachigen Raum zu veranschaulichen.

Ich werde diesmal mit Fußnoten arbeiten, da ich bei der Recherche diverse gute Artikel zum Zitieren und zum Weiterempfehlen zum Vertiefen in das Thema gefunden habe.

Erstmal, was ist denn Lobbyismus?
In einem Interview zu den Machenschaften der Fleischindustrie³ beschreibt Odile Ammann Lobbyismus als „eine Praxis, die die demokratische Gesetzgebung sowohl stärken als auch schwächen kann. Prinzipiell seien Politikerinnen darauf angewiesen, nötige Informationen für Entscheidungsprozesse von verschiedenen gesellschaftlichen Akteurinnen zu beziehen – Lobbyismus ist also nicht zwingend etwas Schlechtes. Gleichzeitig bestünde die Gefahr, dass demokratische Prozesse durch einen einseitigen Informationsfluss untergraben werden.
Diese Spannung sei umso größer, je einflussreicher der entsprechende Sektor und je größer dementsprechend der Hebel der Lobby ist. Als problematisch unterstreicht Ammann außerdem das Lobbying solcher Sektoren, die erhebliche negative Externalitäten erzeugen: also soziale oder ökologische Kosten, die gesellschaftlich getragen werden müssen.“³

Das ist erst mal eine gute Beschreibung. Nebulös und irrefürend finde ich die pauschale Aussage das Lobbyismus erst mal nichts schlechtes sei, da sie die ungleichen Voraussetzungen zwischen wirtschaftlich-industrialisiertem Lobbyismus und den zivilgesellschaftlichen Akteurinnen nicht benennt. Um dieses Machtverhältnis konkreter zu machen, wollte ich ein paar Zahlen haben, wie viele Menschen zum Beispiel für verschiedene Lobbyorganisationen arbeiten. Dadurch könnte sich Machtverhältnissen über Ressourcen und Zugang zu politischen Entscheidungen angenähert werden. Tja, gar nicht so einfach. Eine einfache Suche im Internet ergibt dazu sehr wenige Informationen. Selbst wenn ich eine Suchmaschine mit KI-Funktion frage, heißt die Antwort dann z. B.: „Der Deutsche Bauernverband e.V. gibt auf seiner Geschäftsstellen-Seite an, dass dort Stefanie Sabet (Generalsekretärin) sowie Steffen Pingen und Benjamin Walker (stellvertretende Generalsekretäre) tätig sind www.bauernverband.de. Auf der Plattform kununu haben 8 Mitarbeiter:innen ihr Gehalt angegeben, was auf eine Gesamtzahl von etwa 8 bis 50 Mitarbeitenden hindeutet. Eine offizielle, detaillierte Mitarbeiterzahl wird nicht genannt.“ Oder: „Zu der genauen Anzahl der Mitarbeiter:innen von Copa-Cogeca liegen in den verfügbaren Quellen keine konkreten Angaben vor.“ Also nehmen wir die Zahlen, die ich bei Lobbycontroll gefunden habe: Die Schätzung von 29.000 Lobbyistinnen in Brüssel bezieht sich auf die gesamte Lobby-Szene in der EU.
Und aktuell sind im Lobbyregister des Deutschen Bundestags 6226 aktive Interessenvertreter*innen aufgelistet.

Aber auch das ist erst mal nur eine Zahl. Diese Zahl hilft nicht weiter, weil nicht aufgeschlüsselt ist, welche Interessen von wem vertreten werden – wirtschaftliche Eigeninteressen oder gemeinwohlorientierte Belange? Wenn mensch das offizielle Register über https://www.lobbyregister.bundestag.de anschaut, gibt es zwar eine lange Liste, aber die muss dann sehr detailliert angeschaut werden. U. a. gibt es dort als Kategorie ein zu errechnendes „Vollzeitäquivalent der im Bereich der Interessenvertretung beschäftigten Personen“.
Als Beispiel gibt es die Grüne Liga. Dort steht in dieser Kategorie als errechnetes Vollzeitäquivalent: „Im Geschäftsjahr: 01/24 bis 12/24 – waren es bei der Grünen Liga 0,00“
Das lese ich so, dass sie im Register geführt wird, aber 0,00 Vollzeitäquivalente hat. War sie dann nicht präsent, nicht vor Ort?

Wohingegen die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e. V. ein Vollzeitäquivalent von 13,4 hat. Und die REWE-Zentralfinanz eG (REWE Group) hat ein Vollzeitäquivalent von 9,39. Der Deutsche Bauernverband hat ein Vollzeitäquivalent von 20,59 (und hat zusätzlich noch diverse andere Landes- und Kreisvertretungen im Lobbyregister) und Greenpeace kommt auf ein Vollzeitäquivalent von 4,4.

Diese Auflistung vom Bundestag ist so weit interessant, dass daran schon das Ungleichgewicht abgelesen werden kann. Dazu kann mensch auch eine ungefähre Angabe dort finden, wie viele finanzielle Ressourcen den jeweiligen gemeldeten Lobbyist*innen zur Verfügung stehen.

Zum Thema finanzielle Möglichkeiten gibt es ein sehr gutes Beispiel aus dem Konzernatlas 2026⁴: „Mit einer beispiellosen Lobbykampagne hat es die Agrarchemiebranche in der vergangenen Legislaturperiode geschafft, dieses Ziel [Reduktion der Pestizide auf EU-Ebene] zu untergraben. Dafür gaben neun Lobbygruppen allein zwischen 2020 und 2023 zusammen über 50 Millionen Euro aus. Die Zahl stammt aus dem EU-Transparenzregister, das auf konzerneigenen Angaben aufbaut. Es kann davon ausgegangen werden, dass die tatsächlichen Ausgaben noch viel höher lagen. Gewerkschaften oder zivilgesellschaftliche Organisationen können solche Summen nicht einmal ansatzweise aufbringen.
Lobbykampagnen werden meistens von Branchenverbänden orchestriert. Über 1.500 solcher Verbände sind in Brüssel aktiv. Um Zugang zu Entscheidungsträgerinnen zu erhalten, greifen Konzerne außerdem auf teure Agenturen, PR-Firmen, Kanzleien und Think-tanks zurück. Eine große Rolle spielt das sogenannte Drehtür-Phänomen: Politikerinnen oder hochrangige Beamtinnen wechseln in hohe Positionen bei Lobbyverbänden oder Konzernen, wo sie ihr Insiderwissen und ihre Netzwerke einbringen … Geleakte Dokumente belegen, dass die Kampagne der Pestizidindustrie gegen das Pestizidreduktionsziel der EU in Abstimmung mit dem großen Agrarlobby-verband Copa-Cogeca erfolgt ist. Dieser Verband beansprucht, alle europäischen Landwirtinnen zu vertreten. Seine engen Verbindungen zur Agrarindustrie lassen diese Selbstdarstellung fragwürdig erscheinen.
Die Organisation CropLife Europe wiederum arbeitet für Konzerne wie Bayer, BASF und Syngenta. Genau wie Copa-Cogeca hat auch Croplife Europe von Privatuniversitäten Studien zur Folgeabschätzung erstellen lassen. Diese Studien sollten suggerieren, dass die Farm-to-Fork-Strategie der EU die Ernährungssicherheit in Europa gefährden würde. Insgesamt wurden sechs solcher Studien finanziert und veröffentlicht – neben CropLife Europe und Copa-Cogeca noch von der Fleischlobbyplattform European Livestock Voice, dem Saatgutsektor-Lobbyverband Euroseeds, der Getreidehändler-Lobby Coceral, der deutschen Agrarallianz Grain Club und sogar vom US-Landwirtschaftsministerium (USDA), einem wichtigen Verbündeten der europäischen Agrarindustrie. Lobbyistinnen haben diese von ihnen selbst beauftragten Studien dann genutzt, um Politikerinnen mit Briefen und bei Veranstaltungen unter Druck zu setzen. Umweltorganisationen, wissenschaftliche Institute und auch das Forschungszentrum der Europäischen Kommission üben scharfe Kritik an den Studien der Industrie. Der Vorwurf: Sie blenden Aspekte aus, die Konzerninteressen widersprechen.“

Was die Arbeitsweise der Lebensmitel-Industrie-Lobbyverbände auch gut veranschaulicht, ist der Zeitstrahl, den foodwatch zum Thema Nutri-Score/gesetzliche Kennzeichnungspflicht zu Lebensmitteln gemacht hat. „Weit über eine Milliarde Euro hat die europäische Ernährungsindustrie in eine beispiellose, jahrelange Lobbyschlacht investiert, um eine gesetzlich verpflichtende Kennzeichnung von Zucker, Fett und Salz in Ampelfarben zu verhindern und ihre eigenen Vorstellungen durchzusetzen.“⁵ Da wird dann mit verwässernden Gegenmodellen gearbeitet, auf EU-Ebenen werden einzelne Länder besonders bearbeitet und auch mit von der Wirtschaft finanzierten , wissenschaftlichen Studien gearbeitet.

Soweit nun ein kleiner Einblick in die Wirtschaftslobby-Szene mit Schwerpunkt Landwirtschaft und Ernährung. Dazu gibt es, auch wenn es noch ein Nischenthema ist, weitere Texte, Bücher und auch Organisationen, die zu dem Thema arbeiten. Ich hätte gerne mehr zum Thema Saatgut und Lobbyismus geschrieben. Aber dazu konkret habe ich kaum was gefunden.
Ein Film, der das Thema aus einer internationalen Perspektive beleuchtet, ist „The Last Seed“ (den ich letztes Jahr im SOLID gezeigt habe). Dort geht es um die Bedrohung der Ernährungssouveränität am Beispiel des Südens auf dem afrikanischen Kontinent durch US-amerikanische und europäische Saatgutfirmen und wie sich deren Lobbyismus dann in Gesetze und staatliche Vorgaben formt. Und wie ihr Interessierten am Thema Agrar-Diversität schon wisst, sind die kapitalistischen Verhältnisse und das Thema Profitsteigerung im Lebensmittelsektor eine der Ursachen für den Sorten-Rückgang auf den Äckern und in den Gärten. Von daher passen die Zitate und Beispiele aus verwandten Feldern gut ins Bild.
Und auch wenn es kleine Schritte sind, so wie das Lobbyregister beim Bundestag, sind sie das Ergebnis von politischer Arbeit, die mehr Transparenz schaffen kann. Der nächste Schritt ist die Rückverfolgbarkeit bei Gesetzen, um nachvollziehen zu können, welche Interessengruppe was (mit)geschrieben hat oder welche Gesetzesvorlagen vorgeschlagen hat. Es gibt noch einiges zu tun, bis wir in einer enkeltauglichen Welt leben – aber der Weg lohnt sich.

¹ https://www.oxfam.de/publikationen/bericht-soziale-ungleichheit, dort heißt es dann: „In Deutschland spielen Lobbyverbände wie „Die Familienunternehmer e.V.“ und die „Stiftung Familienunternehmen und Politik“ bei der Durchsetzung einer solchen Steuerpolitik eine wesentliche Rolle. Das Ergebnis: Milliardärinnen und Multimillionärinnen zahlen vielerorts weniger Steuern auf ihr Einkommen als der Rest der Bevölkerung.“
² https://www.lobbycontrol.de/ueber-uns/lobbyismus-faq/#was-ist-lobbyismus
³ https://faba-konzepte.de/lobbyismus-in-der-fleischindustrie-rechtliche-perspektiven-auf-praktiken-und-regulierungsmoeglichkeiten/
⁴ https://www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/konzernatlas-daten-und-fakten-ueber-die-agrar-und-lebensmittelindustrie/
⁵ https://www.foodwatch.org/de/informieren/kennzeichnung-siegel/ampelkennzeichnung/lobby-aktivitaeten-gegen-die-ampel

Zum Inhalt der Kiste:

>>> Kopfsalat von Ludwig aus Börnecke
In jedem Abo ist ein Salatkopf, der nördlich von Berlin gewachsen ist.
Als Variationen gibt es:
– Roter Eichblatt namens Rubinette. Dieser hat Außenblätter, die rotbraun gefärbt sind, und im Inneren ein frisch-grünes Herz.
– Batavia Verano. Das ist ein grüner Salat mit roten Sprengseln am Rand, im Innern hellgrün, mit aufrecht stehenden Außenblättern.

Und wegen der doch schon sommerlichen Temperaturen der Tipp zum Lagern: Ein Küchentuch oder einen Jutebeutel mit Wasser feucht machen, auswringen und den Salatkopf als Ganzes darin einwickeln, ab in den Kühlschrank, und da bleibt er ziemlich lange frisch.
Optional kann der Salat auch schon gewaschen werden und dann in einem feuchten Tuch oder in der Salatschleuder, mit ein wenig Wasser in der Schleuder, in den Kühlschrank gepackt werden. So hält er dann immerhin ein bis zwei Tage. Dressing halt erst kurz vor Verzehr dazu tun.

>>> Fenchel von Ludwig aus Börnecke
Die Sorte heißt Selma. Diese ist ein rasch wachsender, weißer Knollenfenchel mit flach-runder Form. Die Sorte ist weniger anfällig für Verbräunungen am Blattrand.

>>> Zuckererbsen vom Hofkollektiv Bienenwerder
Ambrosia ist der Sortenname dieser Zuckererbsen. Mensch kann sie mit Schale roh oder gedünstet verzehren. Daher auch der Name Mange-tout, französisch für Iss alles.
Da sie im Vergleich zu anderen Hülsenfrüchten wie Bohnen kein Phasin enthalten, sind sie ungefährlich und für den rohen Verzehr geeignet.
Spannend ist, dass sie keine extra Stickstoffdüngung brauchen. Erbsen sollten aber nur alle 5 Jahre auf demselben Beet angebaut werden, um dem Befall mit Schädlingen und Krankheiten vorzubeugen. Auch interessant ist, dass bei der Fruchtfolge, so nennt mensch die Mehrjahresplanung auf dem Acker, darauf geachtet werden muss, dass es „schlechte Vorfrüchte für Erbsen“ gibt. Diese sind dann andere Leguminosen, wie zum Beispiel Bohnen oder Wicken.

>>> Ein Bund mit Mairübchen Hofkollektiv Bienenwerder
Der Bund besteht aus verschiedenen Mairübchen. Einmal die Sorte „Golden Ball“, wie der Name schon verrät, ist diese Sorte gelb. Die andere Sorte heißt Blanc globe à collet violet. Da diese Sorte ganzjährig geerntet werden kann, ist es streng genommen eine Herbstrübe. Zu erkennen ist sie an der weißen Färbung mit violettem Kragen. Sie ist gut lagerfähig und wird beschrieben mit: „sehr zartes Fleisch mit besonders mildem, wenig scharfem Geschmack und melonenartiger Konsistenz.“
Dieses Jahr schaffen sie es auch fast, ihrem Namen Ehre zu erweisen und mit immerhin Mitte Juni ein frühes Gemüse in unserer Region zu sein. Die Mairübe, auch „Navette“ genannt, ist eine Gemüsepflanze mit essbaren Wurzeln und Blättern. Die Blätter können wie Spinat verarbeitet werden, in manchen Gegenden werden auch nur die Blattstiele als Rübstiel gegessen. Mai- und Herbstrübchen kannst du roh oder gedünstet essen.
Die Schale enthält einen relativ hohen Anteil an Senfölen und erinnert deshalb geschmacklich an Rettich und Radieschen. Wer sie roh zu scharf findet, kann die Schale entfernen.
Das Mairübchen ist eine besondere Form der Speiserübe. Es ist eng verwandt mit den regionalen Teltower Rübchen und mit der Herbstrübe. Letztere wird aber, wie der Name schon sagt, später geerntet und sie wird etwas größer. Mairübchen tragen ihren Namen, weil sie im zeitigen Frühjahr gesät werden und ab Mai geerntet werden können.

Variationen möglich mit:
Die Variationen ergeben sich aufgrund der unterschiedlichen Wünsche und Individualisierungen. In fast allen Variationen in diesem Monat sind die Lebensmittel, die oben aufgeführt sind. Die meisten Optionen drehen sich darum, ob ein Brot als Teil des Abos, als Zusatz oder nicht geliefert werden soll. Wenn ein Brot im Abo geliefert wird, gibt es für diejenigen dann keinen Rhabarber und etwas weniger Zuckererbsen in der Zusammenstellung. Teilweise gibt es noch individuelle Wünsche oder Allergien, die dann zu anderen Kombinationen führen, u. a. mit der Pasta.
Bei Gemüse+ gibt es einfach mehr Gemüse ;-).

>>> „Saaten-Brot“ vom Kollektiv Backstube gebacken
Mit der heutigen Lieferung bekommt ihr das neue Biodiversitätsbrot geliefert.
Dieses Brot ist mit öl- und proteinreichen Saaten und Getreidearten hergestellt – und davon gibt es gleich ne ganze Menge: Sonnenblumen, Kürbiskerne, Hanfsamen, (Trester aus) Leinsaat und Hirse. Die Backstube schreibt dazu: „Unsere Kürbis- Sonnenblumenkerne beziehen wir von der Erzeugergemeinschaft Obeg Hohenlohe aus Süddeutschland. Der Leinsaattrester ist ein Abfallprodukt aus der Leinölproduktion, das wir von der Solawi Basta aus dem Oderbruch bekommen und weiter verwenden, manche von euch kennen das schon.
So wäre es ja ein bisschen langweilig, also nun zur Hanf und Hirse.
Hanfanbau war lange Zeit verboten und kommt nun so langsam zurück. Dabei ist es eine anspruchslose Pflanze, die sehr vielseitig einsetzbar ist und auch hier in der Region angebaut werden kann. Hanf wurde auch schon sehr lange als Nutzplanze in unseren Breitengraden kultiviert, bevor er als Rauschmittel von den Feldern verbannt wurde. Die Samen können zu Speiseöl verwendet werden (oder eben verbacken werden) und die Fasern können z.B. zu ökologischen Dämmstoffen oder Textilien weiterverarbeitet werden.
Auch Rispenhirse wurde im Spreewald schon lange angebaut. Im 19. Jahrhundert nahm der Hirseanbau dann aber ab und wurde durch den Kartoffelanbau und ertragreichere Getreidesorten verdrängt. Einige Bauern in der Region bauen inzwischen wieder Hirse an und in der Höfemühle im Spreewald wird sie verarbeitet und in der Region vertrieben. Hirseanbau macht in unseren Zeiten und tatsächlich Sinn, denn sie ist gut an Trockenheit und Sandböden angepasst und benötigt weniger Wasser als viele andere Getreidesorten, also bestens geeignet für sich verändernde klimatische Bedingungen.
Wir wollen Vielfalt auf den Feldern und regionale kleinbäuerliche Landwirtschaft unterstützen und versuchen mit unserem wechselnden Biodiversitätsbrot alten Getreidesorten und Nutzpflanzen zu mehr Bekanntheit verhelfen und die Strukturen die diese anbauen unterstützen.
Liebe Grüße aus der Backstube und lasst es euch schmecken!“

>>> Rhabarber vom Hofkollektiv Bienenwerder
Interessantes zum Rhabarber: In der klassischen Einteilung, wird er als Gemüse klassifiziert, da der Stiel gegessen wird.

So weit, nun euch einen juten Hunger,
HERBiE
für Schnittstelle

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